Können Taxikosten als Werbungskosten abgezogen werden?

 

Die Fahrten zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte eines Angestellten stellen grundsätzlich Werbungskosten dar. Der Arbeitnehmer kann hierzu in seiner Einkommensteuererklärung eine sog. Entfernungspauschale von 0,30 EUR pro Entfernungskilometer als Werbungskosten abziehen. Durch diese Pauschalierung gelten alle Aufwendungen im Zusammenhang mit den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte als abgegolten.

Die Entfernungspauschale ist auf 4.500 EUR pro Kalenderjahr begrenzt. Diese wird in der Regel in der Einkommensteuererklärung in der Anlage-N als Werbungskosten abgezogen. Ein darüber hinaus gehender Betrag kann nur angesetzt werden, wenn der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt oder der Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel benutzt.

Was ist aber, wenn für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein Taxi genutzt wird?

Mit diesem Fall hat sich das FG Thüringen (Urteil v. 22.10.2019 – 3 K 490/19) befasst. In dem Streit machte der als Geschäftsführer angestellte Kläger Werbungskosten geltend, welche den Höchstbetrag von 4.500 EUR überstiegen haben. Er nutzte für diese Fahrten regelmäßig ein Taxi und brachte vor, es sein ein höheres Maß an Flexibilität erforderlich und er krankheitsbedingt aufgrund einer Behinderung nicht mehr selbst Auto fahren könne. Das Finanzamt sah das anders und setzte lediglich die Entfernungspauschale von 0,30 EUR je Kilometer.

Das FG Thüringen entschied jedoch, dass es sich bei Taxis um öffentliche Verkehrsmittel handele. Es soll damit möglich sein, in der Einkommensteuererklärung die tatsächlichen Kosten als Werbungskosten abzuziehen. Verfassungsrechtliche Bedenken an der Privilegierung der öffentlichen Verkehrsmittel sei auch nicht gegeben. (Die Revision ist anhängig unter Az. VI R 26/20).

Voraussetzung ist allerdings, dass diese Kosten insgesamt den Höchstbetrag, auf welchen die Entfernungspauschale begrenzt ist, übersteigen. Lediglich gelegentliche Taxifahrten, deren Kosten nicht den Höchstbetrag der Entfernungspauschale übersteigen sind hiervon allerdings nicht berührt und können nicht zusätzlich zu der Entfernungspauschale in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.

 

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